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«Wil West ist für unsere Region eine einmalige Chance.»

01.10.2015

Die Thurgauer Regierungsrätin ist Vorsitzende des Steuerungsausschuss Wil West. Im Generationenprojekt sieht sie eine einmalige Chance für die Region.

Foto Carmen Haag

Carmen Haag, Thurgauer Regierungsrätin

Frau Regierungsrätin Haag; mit dem Entwicklungsschwerpunkt ESP Wil West haben die Kantone Thurgau und St.Gallen ein strategisch wichtiges Vorhaben auf die Beine gestellt. Welche Chancen sehen Sie darin?

Carmen Haag: Wil West bietet uns die einmalige Gelegenheit, an nahezu idealer Lage an der nationalen Ost-West-Hauptverkehrsachse neuen Raum für Neuansiedlungen zu schaffen. Das Vorhaben Wil West bringt verschiedene –  volkswirtschaftliche und siedlungspolitische – Vorteile. Einerseits verschafft sich die Region eine entscheidende Entwicklungsperspektive, andererseits kann mit der Konzentration von Neuansiedlungen in Wil West einer zufälligen Siedlungsentwicklung und Zersiedlung der Landschaft in den Gemeinden entgegengewirkt werden. 

 


Besonders in Wil West ist ja, dass der Kanton St.Gallen Besitzer des grössten Teils des Areals ist, das jedoch auf Thurgauer Boden liegt. Ist das ein Vor- oder Nachteil?

Carmen Haag: Mit dem Kanton St.Gallen haben wir einen verantwortungsvollen Partner als Grundbesitzer und Investor. Wil West ist also kein kurzfristiges, auf private Rendite bedachtes Projekt, sondern ein öffentliches, nachhaltiges Entwicklungsprojekt für die ganze Region. Das ermöglicht eine kontrollierte, marktnahe Arealentwicklung ohne Handlungsdruck, bei der auch neue öffentliche Aussenräume und Begegnungsorte mit einem besonderen Flair Platz haben. Nebst der Ansiedlung von qualifizierten Arbeitsplätzen sichern wir also auch die hohe Lebensqualität in unserer schönen Region.

 


Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen im Projekt?

Carmen Haag: Bei einem so komplexen Projekt, über eine so lange Zeit und mit so vielen Partnern ist die richtige Projektorganisation ein zentraler Faktor für das gute Gelingen. Nebst den beiden Kantonen arbeiten in diesem Generationenprojekt ja auch die Gemeinden Münchwilen, Sirnach, die Stadt Wil und die ganze Regio Wil eng zusammen. Um einzelne Interessen zu vereinbaren und gemeinsame Ziele im Auge zu behalten, braucht es Fairness und Dialogfähigkeit auf allen Seiten, kurz ein konstruktives Miteinander für eine gemeinsame Lösung. Davon Teil zu sein und meinen Beitrag zu leisten – das freut mich enorm.

 


Welche hauptsächlichen Anforderungen an die Projektorganisation bestehen denn?

Carmen Haag: Entscheidend ist eine transparente Kommunikation – intern und extern. Im Moment arbeiten wir an einer neuen, möglichst schlanken und effektiven Organisation, um einzelne Interessen zu fassen und auf das gemeinsame Vorgehen zu fokussieren. Aber eben auch, um den regelmässigen Informationsaustausch zu vereinfachen und laufend zu sichern, dass alle Beteiligten über den gleichen Wissensstand verfügen.

Ich bin überzeugt; wir sind auf gutem Weg und haben eine solide Grundlage für eine einzigartige regionale und interkantonale Zusammenarbeit gelegt. Jetzt braucht es weiterhin den politischen Willen aller Partner, den Weg gemeinsam voranzugehen und unserer Region und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern mit Wil West eine grossartige Perspektive zu verschaffen.