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"Wil West erhöht die Attraktivität der gesamten Region."

10.08.2017

Marc Mächler ist seit 2016 als St. Galler Regierungsrat Vorsteher des kantonalen Baudepartements. Im Interview erzählt er, warum Wil West ein Chancenprojekt für die Entwicklung der ganzen Region ist.

Herr Mächler, die Kantone Thurgau und St. Gallen haben mit dem Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Wil West ein für die Ostschweiz entscheidendes Vorhaben in Bern eingereicht. Weshalb wird das Projekt als „Kernstück“ bezeichnet?

Marc Mächler: Das Entwicklungsprojekt Wil West bietet für die Region Wil wie auch für die beiden Kantone eine einmalige Chance und ist äusserst spannend. Es verbindet zwei Kantone und mehrere Gemeinden miteinander in einem gemeinsamen Projekt. Wil West gibt der Wohn- und Wirtschaftsregion Regio Wil entscheidende Impulse für die künftige Entwicklung. Einerseits bringt das Vorhaben die lang ersehnte Entlastung der Stadt Wil vom Durchgangsverkehr, andererseits stärkt es die Region als Wirtschaftsstandort. Das zukunftsorientierte Generationenprojekt ist damit das Kernstück für eine starke Region. 

In Zusammenhang mit dem ESP Wil West wird oft vom Chancenprojekt gesprochen. Was ist damit gemeint? Welche Chancen bietet das Entwicklungsprojekt?

Marc Mächler: Der ESP Wil West hat eine grosse Bedeutung für die gesamte Region. Es ist ein entscheidendes Projekt für die beiden Kantone St. Gallen und Thurgau sowie für Wil und die umliegenden Gemeinden, den Standort aufzuwerten, an Vielfalt und Attraktivität zu gewinnen und im nationalen Vergleich der Region mehr Profil zu verleihen. Die Zentrumsentlastung verbessert die Verkehrslage in der Stadt Wil und den anliegenden Gemeinden massiv. Das wirkt sich auch positiv auf die Wohn- und Aufenthaltsqualität der Region aus. In Kombination mit der Schaffung eines innovativen, bestens erschlossenen Wirtschaftsgebietes wird die Region als Wohn- und Wirtschaftsstandort deutlich aufgewertet. Entscheidend in diesem Projekt ist, dass wir diese positive Entwicklung nutzen! Realisierbar ist der ESP Wil West jedoch nur dann, wenn wir alle gemeinsam am gleichen Strick ziehen und die sehr gute, beispielhafte kantonsübergreifende Zusammenarbeit weiterführen. 

Als interkantonales und interregionales Entwicklungsprojekt unterstützen zwei Kantone und mehrere Gemeinden die Realisierung von Wil West. Diese Zusammenarbeit ist aussergewöhnlich. Was sind die Schwierigkeiten und warum funktioniert es in diesem Fall?

Marc Mächler: Wichtig sind eine klare Abstimmung der Verantwortlichkeiten und eine einheitliche Kommunikation. Ausschlaggebend ist, dass das Projekt bis zum Schluss von allen Beteiligten getragen, unterstützt und realisiert wird. Die Eingabe des Agglomerationsprogramms der 3. Generation beim Bund ist nur der erste Schritt dahin, dessen müssen wir uns bewusst sein. Mit einem positiven Entscheid des Bundes und der Freigabe der Bundesgelder muss die Kooperation weiterhin bestehen, nur dann ist die Realisierung möglich. Der Standort für die Arealentwicklung liegt auf der Kantonsgrenze zwischen St. Gallen und Thurgau. Genau genommen ist das Areal im Besitz des Kantons St. Gallen, liegt aber auf Thurgauer Boden. Das führt automatisch zu einem interkantonalen Interesse und fordert eine lösungsorientierte Zusammenarbeit. 

Weshalb eignet sich der Standort für den Entwicklungsschwerpunkt Wil West?

Marc Mächler: Dank der hervorragenden Lage des Wirtschaftsgebiets Regio Wil wirkt sich das Gesamtprojekt positiv auf die ganze Region aus, wenn nicht sogar auf die gesamte Ostschweiz. Auf der Achse zwischen Zürich und St. Gallen gelegen, bildet Wil West einen starken Wirtschaftsstandort, der zwischen der Ostschweiz und dem Metropolitanraum Zürich einen Akzent setzt. Der Standort ist hervorragend an die öffentlichen Verkehrsmittel und den Individualverkehr angebunden und damit ein guter Ausgangspunkt für Unternehmen. Das alles erhöht auch die Attraktivität der Gesamtregion als Wohnort mit viel Lebensqualität.